Lehrgestaltung Raum und Material — Hochschule Mainz — Joel Jerome Joebgen mit Anh Pham
Ein Semester lang untersuchten Architekturstudierende im ersten Semester das Wechselverhältnis von Material, Konstruktion, räumlicher Wahrnehmung und Atmosphäre. In Kurzentwürfen erprobten die Studierenden anhand unterschiedlicher Materialien deren spezifische Eigenschaften, handwerkliche Bearbeitung und räumliche Wirkungen. Zum Einsatz kamen Naturstein, Holz, Ziegel, Myzelium, Kork, Stampflehm, Beton und Metall. Unter den Begriffen Modellieren, Addieren, Falten und Biegen, Materialisieren und Variieren wurden verschiedene Strategien der Form- und Raumbildung experimentell erprobt.
Unter anderem bildete die unmittelbare haptische und handwerkliche Erfahrung im Umgang mit den Baustoffen die Grundlage für die entwerferische Auseinandersetzung. Nicht mit abstrakten Materialvorstellungen, sondern mit dem konkreten Material im Maßstab des kleineren Entwurfs wurde gearbeitet, um dessen Eigenschaften, Widerstände und gestalterische Möglichkeiten unmittelbar zu erfahren. Dabei wurden Gewerke und tradiertes handwerkliches Kurze Ausflüge boten den direkten Austausch mit den Menschen, die über dieses spezifische Wissen und Handwerk verfügen. So war unter anderem der Besuch der Dombauhütte Mainz mit der direkten Bearbeitung von Sandstein Bestandteil einer unmittelbaren entwerferischen Auseinandersetzung.
Die direkte Auseinandersetzung mit Material, Herstellung und handwerklichem Wissen diente dabei als Grundlage für einen Entwurfsprozess, in dem Materialität nicht als nachträgliche Gestaltung, sondern als konstituierender Bestandteil von Raum und architektonischer Form verstanden wurde.
Gemeinsam mit Anh Pham gelehrt, in Stellvertretung für Prof. Dr. Marta Pelegrin.