Szenografie — Diskursraum für die Ausstellung 'On Display', Museum für Angewandte Kunst Frankfurt am Main — Joel Jerome Joebgen/Jöbgen mit studio onomato

/// 26 im prozess
WEINBERGSKLAUSE
/// 26 mit studio onomato
SZENOGRAFIE
/// 26 mit studio onomato LEHRGESTALTUNG
/// 26 mit studio onomato STUDIOKONZEPTION
/// 24 mit jakob sturm AUSSTELLUNGSBEITRAG
/// 24 als studiointerim RAUMINTERVENTION
26A
SZENOGRAFIE
FRANKFURT AM MAIN
Für die Ausstellung „On Display. Wie Grafikdesign uns gestaltet" ist gemeinsam mit Studio Onomato die Konzeption und handwerkliche Umsetzung eines Diskursraums für das Museum für Angewandte Kunst in Frankfurt am Main entstanden. Grafikdesign ist immanent vorhanden und prägt subtil unser soziales Verhalten, Verständnis und unsere Wahrnehmung. Das Gesehene wird im Diskursraum neu verhandelt, bietet einen Ort zum Zusammenkommen, bildet den Rückschluss auf das Vorherige und legt die eigene Wahrnehmung unkuratiert und in Workshops offen.

Konzeptionell stehen sich zwei Ebenen gegenüber. Die eine reflektiert den Inhalt der angrenzenden künstlerischen Positionen sowie die allgegenwärtige Wahrnehmung des Gegenübers und des Raums, während die andere wiederum an einem gemeinsamen Ort bindet. Bewusste Einschübe in die horizontale Ebene lassen einen ungewollt tiefer in die Ebene eintauchen und spielen subtil mit der Auflösung des Sich-Gegenübersitzens. Die spiegelnde und aus ihrer horizontalen Achse gedrehte Ebene spielt mit der völligen Transparenz der Wirkmacht des eigenen Handelns, grafischer Reflexion und persönlichen Position. Die liegende Ebene bleibt in ihrer Materialisierung unbehandelt, sanft und nahezu ungesättigt. Erst mit der Aneignung wird die Oberfläche lebendig. Die begleitende Beleuchtung schafft Stringenz und Struktur für den Raum, während die sitzenden Elemente beweglich positionierbar sind und so die Einnahme eines individuellen Standpunktes ermöglichen.

Die horizontale Ebene wird von 90 lastabtragenden Einzelteilen getragen, die liebevoll in Handarbeit geschweißt wurden. Sie schaffen die Grundlage, aber auch die Absetzung der Ebene, sodass diese nicht unmittelbar möbelhaft in Erscheinung tritt, jedoch trotzdem noch als alltäglich bekanntes Objekt assoziiert werden kann – um Vertrautem zu begegnen. Die spiegelnde Ebene wird von feinsten Drahtseilen gehalten und schwebt fast mahnend im Raum.

Die Ausstellung (August bis November 2026) wurde von Dr. Jonas Deuter kuratiert - mit Dank für die Einladung und das Vertrauen in den Prozess. Sämtliche Arbeiten wurden in planerischer und handwerklicher Eigenleistung umgesetzt und ausgeführt.
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