Studiokonzeption — Raumsequenz im Gründerzeit-Bestand, Wiesbaden — Joel Jerome Joebgen mit studio onomato
Eine Sequenz von vier Räumen in einem gründerzeitlichen Ensemble wird für die Nutzung als Studio und mögliche weitere zukünftige Nutzungen transformiert. Die Räume erstrecken sich vom öffentlichsten Raum, der unmittelbar an den Straßenraum anknüpft, hin zum privatesten Raum im ruhigen und in sich gekehrten Innenhof.
Sämtliche Maßnahmen werden in Eigenleistung und unter ökonomischsten Rahmenbedingungen umgesetzt und suchen dennoch den bewussten Dialog zwischen Konzeption und unmittelbarem Tun – als architektonische Praxis mit dem Anspruch, ortsbezogen und ressourcenbewusst zu funktionieren. Als einziger Eingriff in die Substanz wird der Rückbau einer raumteilenden Wand im hinteren Raum umgesetzt sowie bestehende, jedoch von neuzeitlichen Materialien überdeckte Oberflächen wieder freigelegt und aufgearbeitet. Ein unter Vinylboden und Ausgleichsmasse verborgener Terrazzoboden wird freigelegt und als einziges Material im ansonsten reduzierten Raumausdruck inszeniert.
Die entstandene dreiteilige Raumabfolge erfährt in der Mitte eine neue Setzung durch eine in ihrer Reduktion präzise gesetzte Küche, die jedoch schemenhaft bleibt und aufgrund ihrer nahezu Unbestimmtheit mit den beiden Studioräumen interagiert. Übergeordnet bindet ein stabförmiges Licht die Raumabfolge zusammen und vermittelt entlang der Raumöffnungen.